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Das 1983 von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker gegründete Scharoun Ensemble gehört zu den profiliertesten Kammermusikformationen Deutschlands. Mit einem breit gefächerten Repertoire, das von ausgewählten Kompositionen des musikalischen Barockzeitalters über Kammermusikwerke der Klassik und Romantik bis hin zu zeitgenössischer Musik reicht, begeistert das Scharoun Ensemble seit über einem Vierteljahrhundert ein Publikum in Europa und Übersee. Innovative Programmgestaltung, ausgefeilte Klangkultur und lebendige Interpretationen sind die Markenzeichen des in flexiblen Besetzungen musizierenden Ensembles.

Eine klassische Oktettformation (Klarinette, Fagott, Horn, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass) bildet den bestehenden Kern des Scharoun Ensembles. Außer Wolfram Brandl, der seit 2011 erster Konzertmeister der Staatskapelle Berlin ist, sind alle anderen Musiker Mitglieder der Berliner Philhharmoniker. Bei Bedarf arbeitet die Formation mit weiteren Instrumentalisten, aber auch namhaften Dirigenten zusammen. So hat das Scharoun Ensemble verschiedene Programme unter der Leitung von Claudio Abbado, Sir Simon Rattle, Daniel Barenboim, Daniel Harding oder Pierre Boulez einstudiert und aufgeführt. Außerdem musizierte es oft mit Sängerinnen und Sängern wie Thomas Quasthoff, Simon Keenlyside, Stella Doufexis und Barbara Hannigan. Für spartenübergreifende Projekte verpflichtete das Scharoun Ensemble darüber hinaus Künstlerinnen und Künstler wie Fanny Ardant, Loriot oder Dominique Horwitz.

Die Vermittlung zwischen Tradition und Moderne bildet den künstlerischen Schwerpunkt des Scharoun Ensembles. Es hat viele Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts uraufgeführt, widmet sich mit gleicher Leidenschaft aber auch der Interpretation von Werken aus vergangenen Jahrhunderten. Eckpfeiler seines Repertoires bilden so etwa Franz Schuberts Oktett D 803, mit dem sich das Ensemble 1983 erstmals öffentlich vorstellte, oder Ludwig van Beethovens Septett op. 20.

Der Austausch mit Komponisten unserer Tage war dem Scharoun Ensemble seit seinen Anfängen ein besonderes Anliegen. György Ligeti, Hans Werner Henze, Pierre Boulez, György Kurtág oder Wolfgang Rihm haben die Formation auf ihrem künstlerischem Weg ebenso begleitet wie Komponisten der jüngeren Generation, darunter Jörg Widmann und Matthias Pintscher.

In Ergänzung zu einer regen internationalen Konzerttätigkeit engagieren sich die Musiker des Scharoun Ensembles als Dozenten bei einigen internationalen Kammermusik-Akademien, wie z.B. bei dem 2005 gegründeten und künstlerisch von ihnen gestalteten Zermatt Music Festival. Hier finden neben hochkarätig besetzten Konzerten jeden Sommer musikalische Workshops statt, die jungen Musikerinnen und Musikern die Chance bieten, mit den Mitgliedern des Scharoun Ensembles zusammenzuarbeiten.

Seinen Namen leitet das Scharoun Ensemble vom Architekten seines Stammhauses ab: Mit der Berliner Philharmonie hat Hans Scharoun (1893-1972) einen weltweit einzigartigen Konzertsaal geschaffen, der eine Synthese zwischen Innovation und Traditionsbewusstsein wagt und neue Wege der künstlerischen Kommunikation eröffnet – Ideale, denen sich auch das Scharoun Ensemble verpflichtet fühlt.